Was Laufmeetings mit Hirnscans und kognitiver Leistungsfähigkeit zu tun haben

Blog Laufmeeting mit EOS

„Walk & Talk“-Formate sind längst keine neue Modeerscheinung mehr. Welche Wirkmechanismen stecken dahinter – und warum lohnt es sich, „Laufmeetings“ strukturiert in den Arbeitsalltag zu integrieren?

Die Ursprungsidee: mein persönlicher Zugang

Bereits 2015 entwickelte ich, damals noch als angestellte Kommunikationsexpertin im Compliance Team der BSH, gemeinsam mit meinem Kollegen Tim, den Begriff „Laufmeeting“. Statt uns für Abstimmungen in unseren Büros zu treffen, besprachen wir komplexe Themen auf dem Weg zum besten Kaffee im Nachbargebäude – ein Spaziergang von rund zehn Minuten.

Unsere Laufmeetings taten nicht nur gut, sondern führten zu besseren Entscheidungen und geistiger Wachheit. Wir fühlten uns aktiviert und kamen mit Energie für die sofortige Umsetzung zurück – das Koffein als i-Tüpfelchen😊

Unser Fazit: Bewegung veränderte nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Ergebnisse.

Aktuelle Anwendung in der Praxis

Einige Jahre später konnte ich das Format im Anschluss an eine Teamentwicklung bei der EOS GmbH neu in einer der Abteilungen etablieren.

Im Rahmen eines Workshops nutzen die Teammitglieder ein ausgedehntes 2,5-stündiges Laufmeeting in wechselnden Zweierteams, ohne Handy oder Laptop, um Themen zu bearbeiten, die sonst im Alltag keinen Raum fanden:

  • Unausgesprochene Konflikte
  • Positive Muster und Stärken, die zu selten benannt werden
  • Kooperationshebel, die dem Team Stabilität geben.

Das Fazit: Die Mischung aus Bewegung, strukturierten Reflexionsfragen und Methoden der Positiven Psychologie erzeugten eine spürbar offene, lösungsorientierte und kollegiale Atmosphäre. Die Teammitglieder berichteten von „Aha-Momenten“, die im Büro vermutlich nicht entstanden wären.

Das Ergebnis: Seitdem ist das Laufmeeting in kürzerer Variante fester Bestandteil der regelmäßigen Team-Meetings.

Was die Wissenschaft dazu sagt

Die Wirkung von Bewegung auf die kognitive Leistungsfähigkeit ist gut dokumentiert. Ein oft zitiertes Beispiel stammt von der University of Illinois:
Hirnscans zeigen, wie bereits 20 Minuten moderate Bewegung die Aktivität in Hirnarealen erhöhen, die für Konzentration, Problemlösung und Kreativität verantwortlich sind.

Der Effekt ist damit unmittelbar messbar. Meetings in Bewegung führen zu

  • besseren Entscheidungen
  • höherer mentaler Flexibilität
  • konstruktiveren Gesprächen
  • und mehr Innovationsfähigkeit.

Vom Impuls zur etablierten Praxis

Für mich persönlich immer wieder erfreulich: Der Begriff unseres „Laufmeetings“ hat inzwischen Einzug in weitere Unternehmen, die ich begleite, gefunden und wird auch dort strukturiert und regelmäßig eingesetzt. Ein kleiner methodischer Impuls entwickelt damit Wirkung auf organisationaler Ebene – genau dort, wo gesunde Leistungsfähigkeit entsteht.